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Schwarzarbeit Handwerk melden

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Schwarzarbeit Handwerk melden

Dass es Schwarzarbeit in gewissen Branchen wie Handwerk, Reinigung und Gastronomie gibt, ist hinlänglich bekannt. Ich beschäftige mich jedoch hier speziell mit dem Handwerk, und um im Interesse der Besucher meiner Seite zu bleiben, mit dem Bereich der Küchenmontage.

Schwarzarbeit im Bereich der Küchenmontage – das kann alles passieren!

Dass Sie sich als Auftraggber genauso strafbar machen wie der Anbieter von Schwarzarbeit selbst, sollte jedem klar sein. Vielen scheint dies jedoch egal zu sein, was Inserate auf Kleinanzeigen Portalen verraten. Hier wird teilweise ganz offen „Küchenmontage von privat“ gesucht, und „Küchenmontage von privat für privat“ auch so angeboten.

Die Küche ist meist der teuerste Einrichtungsgegenstand in einer Wohnung. Ausserdem werden in einer Küche Elektrogeräte verbaut, für welche Sie dringend Ihren Garantieanspruch benötigen. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht (bewusst oder unbewusst) auf Anbieter von Schwarzarbeit hereinfallen.

Das kann Ihnen bei Schwarzarbeit alles passieren:

  • Sie erhalten bei Schwarzarbeit keine Gewährleistung auf die erbrachten Arbeiten. Haben Sie nach einigen Wochen eine Reklamation zu melden, erhalten Sie (zurecht) die Antwort: „Wer sind Sie überhaupt“? Wenn der ganze Vorgang jetzt offiziellen Charakter gewinnt, muss der Schwarzarbeiter nachträglich eine Rechnung schreiben und Sie die Mehrwertsteuer nachzahlen. Aber was, wenn der Schwarzarbeiter gar kein Gewerbe hat?
  • Sie verlieren bei Schwarzarbeit auch die Garantie auf Ihre Küchenelektrogeräte. Noch nicht einmal alle legal tätigen Küchenmonteur wissen beispielsweise, wie man ein Induktionskochfeld richtig anschließt. Geht ein Gerät wegen einem falschen Einbau / Anschluss kaputt, so liegt „falsche Handhabe der Sache“ vor und die Garantieansprüche erlöschen.
  • Der Schwarzarbeiter fliegt irgendwann auf. Das ist sicher, zumal der typisch schwarz arbeitende Küchenmonteur in Kleinanzeigen Portalen auf Kundenfang geht. Das wissen auch die Ermittlungsbehörden. Mir ist bekannt, dass z.B. das Portal Kleinanzeigen.de Auskünfte an Zoll und Kriminalpolizei über Inhaber von Kundenaccounts erteilen muss. Fliegt der Schwarzarbeiter also irgendwann auf, wird in dessen Vergangenheit gegraben, und unter Umständen nach Spuren im Internet und in dessen persönlichen Daten (Comuputer, Smartphone) gefahndet. Wer schwarz arbeitet, ist meist auch in anderen Bereichen seines Lebens nachlässig, und dann fliegen Sie als Auftraggeber gleich mit auf. Sie wollten nur die Mehrwertsteuer sparen, und jetzt haben Sie lange Zeit mit den Behörden zu tun.
  • Sie machen sich mit strafbar und mit verantwortlich! Ausreden wie „ich wusste ja gar nicht, dass der kein Gewerbe hat“, dürften solche Aussagen sein, welche erfahrene Fahnder bereits kennen, noch bevor Sie diesen Satz ausgesprochen haben. Man kann nicht von einem Kavaliersdelikt sprechen, denn hier kann ein gewichtiger Straftatbestand auch eine Rolle spielen: Steuerhinterziehung bzw. Beihilfe.

Woran kann ich Anbieter von Schwarzarbeit erkennen?

Aus der Praxis heraus weiss ich, dass die folgende Konstellation aber eher wahrscheinlich ist. Viele Kunden (meist IKEA Küchen Käufer) suchen nach preiswerten Alternativen für den Küchenaufbau. Preiswerte Alternativen findet man wieder auf Kleinanzeigen Portalen, wo Hinz & Kunz unter falschem Namen oder Pseudonymen ein Inserat schalten kann – auch im gewerblichen Bereich! Das ist durch die Betreiber dieser Portale durchaus kontrollierbar, wird aber zu lax gehandhabt, wie ich im Folgenden darstellen werde. Die Chance ist groß, dass Sie Opfer eines Anbieters von Schwarzarbeit werden, ohne es zu wissen!

Woran kann ich Angebote von Schwarzarbeit erkennen?

  1. Auch in Kleinanzeigen gilt die Impressumspflicht. Ein Impressum muss bzw. sollte folgende Informationen enthalten: Name des Inhabers (voll augeschrieben, nicht abgekürzt), vollständige, ladungsfähige Anschrift, vollständige Kontaktdaten wie Rufnummer und Emailadresse, Steuernummer und Bezeichnung der Aufsichtsbehörde für das ausgeübte Gewerbe. Das Impressum eines Schwarzarbeiters ist meist lückenhaft, frei erfunden oder gar nicht vorhanden.
  2. Optimalerweise enthält ein Impressum noch die Bezeichnung einer Berufshaftpflichtversicherung sowie deren räumlicher Geltungsbereich. Wer Kunden gewinnen möchte, muss zuerst Vertrauen aufbauen. Wer keine Haftpflichtversicherung hat, aber Arbeiten am Wasser- u. Stromnetz anbietet, ist vermutlich Schwarzarbeiter.
  3. Ein Impressum kann aber auch (gerade auf Kleinanzeigenportalen) komplett gefälscht sein. Prüfen Sie, ob die angebliche Firma in das örtliche Handelsregister eingetragen ist. Wer sich seriös präsentieren möchte, scheut auch keinen Eintrag in das Handelsregister.
  4. Der typisch schwarz arbeitende Küchenmonteur arbeitet nur für privat und gegen Cash. Frägt z.B. eine Hausverwaltung nach einem Küchenaufbau an, weiss der Schwarzarbeiter, dass später eine Rechnung verlangt wird. Also leht er solche Aufträge auch ab. Wer schwarz arbeitet, aktzeptiert auch nur Barzahlungen.
  5. Typisch für Anbieter von Schwarzarbeit ist natürlich die Vermeidung von schriftlicher Korrespondenz. Wenn, dann oft nur per WhatsApp mit einem sogenannten Wergwerf-Handy.
  6. Auffällig neben fehlendem Impressum, nur WhatsApp Korrespondenz u.s.w. sind überdies viele gravierende Rechtschreibfehler.
  7. Nicht nur typisch, sondern die Regel: Ein Preis wird nur mündlich vereinbart. Bei der Ausführung jedoch kommt dann urplotzlich noch „dies oder das“ hinzu – angeblich total unerwartet, weil Sie es nicht im voraus gesagt haben u.s.w.

Wie erkenne ich, ob ein Küchenmonteur seriös ist?

Einige, gerade in Berlin ansässige Montagefirmen, welche ihre Dienste schwarz anbieten, gebären sich online als „große Unternehmen“.

Stellen Sie folgende, einfache Fragen und recherchieren Sie wie folgt:

  1. Besitzen Sie ein Zertifikat für den Anschluss von Küchenelektrogeräten? Falls der Anbieter ein solches Zertifikat nicht besitzt, brauchen Sie gar nicht erst weiter machen.
  2. Prüfen Sie, ob der angebliche Unternehmer eine Webseite hat. Falls nicht, sollten zumindest aussagefähige Profile in sozialen Medien auffindbar sein. Ist dies nicht der Fall und die Person bleibt ein annoymes Phantom, wissen Sie von selber Bescheid.
  3. Falls Profile im Internet auftauchen, prüfen Sie analog oben angeführter Punkte, ob das Impressum vollständig ist (Name voll ausgeschrieben, vollständige Kontaktdaten, Steuernummer, Benennung der Aufsichtsbehörde, Angaben zur Berufshaftlichtversicherung u.a.).
  4. Prüfen Sie die Anschrift. Mit einfachen Tools wie Google können Sie feststellen, ob eine Adresse in einem Gewerbegebiet ist, oder einem Hochhaus in einem reinen Wohngebiet zugeordnet werden kann.
  5. Typisch sind in jedem Fall die berühmten 3-Buchstaben-Firmen, wenn diese drei Buchstaben ohne weitere Benennung eines Names (greifbarer Person) beworben werden.
  6. Prüfen Sie, ob die Person oder Firma in das Handelsregister eingetragen ist u./o. ob eine Mitgliedschaft bei der örtlichen Handwerkskammer besteht. Ist nichts davon der Fall, ist es vermutlich auch keine Firma.
  7. Scheint alles zu passen, kann noch die Steuernummer überprüft werden. Viele Anbieter von Schwarzarbeit auf Kleinanzeigenportalen erfinden nämlich einfach ein Impressum, nennen also Namen, Anschriften und eine Steuernummer, welche gar nicht existiert oder jemanden anderem gehört. Umsatzsteueridentifaktionsnummern kann man z.b. HIER online abfragen.
  8. Lassen Sie sich ein schriftliches Angebot unterbreiten. Auch wenn es nur ein kleiner Auftrag ist, es muss nicht formell sein. Ein kurzer Dreizeiler per Email, welcher die Leistung und den Preis sowie Zahlungsbedingungen wiedergibt, samt einer aussagekräftigen Signatur mit der Firmierung genügen, um zumindest 50% einer möglichen Unseriösität auszuschließen, wenn die Punkte 1 – 7 positiv ausfallen.

Doch Vorsicht! So manch Anbieter von Schwarzarbeit baut sich eine seriös wirkende Kulisse aus Webseite, Gewerbeanmeldung und Referenzen auf – setzt dann aber für die Arbeiten Schwarzarbeiter ein!

Grund hierfür ist leider, dass Steuern und Sozialversicherungsbeiträge bei kleinen Unternehmen oft die Kalkulation kaputt machen. Bereits zwei regulär angestellte Handwerker können die Unkosten derart in die Höhe treiben, so dass diese die möglichen Einnahmen, welche mit diesen Angestellten regulär zu erzielen wären, übersteigen. Das liegt an den hohen Abgabebelastungen in Deutschland, aber damit müssen mithin alle leben. Wenn die Kosten höher als der Gewinn eines Gewerbebetriebes sind, sollte man ein solches Gewerbe schlicht nicht betreiben und sich anderen Dingen widmen.

Warum viele Anbieter von Kleinanzeigen Portalen nichts oder zu wenig unternehmen?

Leider kann ich Ihnen diese Frage auch nicht beantworten. Fakt ist jedoch, dass es diesen Portalanbietern nach meiner Meinung zumutbar und ohne großen Aufwand möglich ist, Schwarzarbeit massiv einzudämmen bzw. gänzlich zu unterbinden.

So kann man auf einem wohlbekannten Kleinanzeigen Portal z.B. einen Account anlegen, ohne eine Identitätsprüfung absolvieren zu müssen. Im Privatbereich, wo gebrauchte Kochtöpfe gehandelt werden, mag das ok sein. Doch im gewerblichen Bereich (Anbieter) kann man sich ebenso anonym bzw. mit erfundenen Namen und einer nicht prüfbaren Freemailadresse anmelden.

Das Schalten von gewerblichen Inseraten (Angeboten) bleibt weiterhin unkontrolliert, weil auch hier die Impressumsangaben nicht sofort überprüft werden. Gestohlene oder frei erfundene Namen, Anschriften und Steuernummern finden sich in gewissen Rubriken massenhaft, wie meine Recherchen allein bei Anbietern von IKEA Küchenmontagen ergeben haben.

Es gibt Vermittlungsbörsen im Internet (vglb. MyHammer), welche sich wenigstens eine Gewerbeanmeldung übersenden lassen, die Qualifikation prüfen und im Ernstfall auch Identifikationsprozesse vorschreiben. Das haben einige Kleinanzeigen Portale offenbar nicht nötig, oder den Sinn noch nicht verstanden – aber das hat auch zur Folge, dass solche Betreiber ständig mit Anfragen der Behörden (Zoll oder Kripo) zu tun haben, wie mir eines dieser Portale selbst schriftlich mitgeteilt hat.

Die Konzentration eins mir bekannten Kleinanzeigen Portals liegt mithin darauf, dass ein gewerblicher Anbieter ein Inserat nicht mehrfach schalten darf, auch wenn das betreffende Unternehmen seine Leistungen in mehreren Regionen anbietet. Ein zuviel geschaltetes Inserat wird dann schnell gelöscht, da es hiefür offenbar gewisse Mechanismen gibt. Gleichwohl gibt es aber keine funktionierenden Mechanismen, unseriöse Anbieter von vorne herein auszuschließen.
Wie bereits erwähnt, wäre dies zumutbar und mit wenig personellem oder finanziellen Aufwand zu erreichen – zumindest mit nicht mehr Aufwand, als das Löschen eines Inserates, wenn dies entgegen den Nutzungsbedingungen nicht nur einmal, sondern mehrfach geschalten wird. Wird das zuviel geschaltene und vom Anbieter gelöschte Inserat sodann wieder eingestellt, droht der komplette Ausschluss und die Sperrung des Accounts.

Für viele seriöse Unternehmen, welche ich aus dem Montagebereich kenne, sind diese Kleinanzeigen Portale aktive Beihelfer zur Steuerhinterziehung und Förderung der Schwarzarbeit. In diesem Zusammenhang wundert es mich, warum Förderung der Prostitution in Deutschland verboten sein soll, wenn es in einem ähnlich sensiblen Bereich so leicht ist, Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung als möglich erscheinen zu lassen.

Der Anbieter von Schwarzarbeit, der sein Inserat nur 1x schaltet, hat also die besseren Chancen Werbung zu betreiben, als der rechtschaffende Unternehmer, welcher neben einer Region noch eine weitere Region mit seinem legalen Angebot abdecken möchte. Mit der Funktion „Anzeige melden“ setzt der mir bekannte Portalbetreiber auf die Mithilfe von anderen Kunden – aber wie soll ein Normalkunde wissen, ob sich hinter einem Angebot Schwarzarbeit verbirgt oder nicht? Das sollte dann doch dem Anbieter des Kleinanzeigen Portals selbst überlassen bleiben.

Sie möchten einen Anbieter von Küchenmontagen überprüfen lassen?

Gerne übernehme ich das für Sie. Das Ergebnis einer Überprüfung hat jedoch keinen verbindlichen Charakter, sondern spiegelt nur meinen Gesamteindruck einer recherchierten Person / Firma wider. Viele gerade in Berlin operierende Schwarzarbeiter sind mir bereits namentlich bekannt. Darunter auch solche Leute, welche Abzocke mit unerwartet hohen, nicht abgesprochenen Preisen betreiben, eine Schneise der Verwüstung und Montageschäden hinterlassen, oder Asylsuchende für sich schwarz arbeiten lassen.

Wenn Sie bereits auf Schwarzarbeit hereingefallen sind und die Person kennen, können Sie bei den Zollbehörden direkt Anzeige erstatten. Für den Großraum Berlin können Sie das HIER online erledigen.

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Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wider und stellt keine Rechtsberatung dar!

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