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Handwerker gesucht? Jetzt finden!

Sie suchen Handwerker? Sie stellen fest, dass Handwerker Mangelware sind? „Handwerker gesucht“ – diese Schlagzeile füllt Tausende von Stellenangeboten, aber auch Suchanfragen zahlreicher Kunden im Internet. Doch die meisten Kunden werden kurzfristig nicht fündig. Stundenlanges Telefonieren, stundenlange Recherchen im Internet enden in Frustration.

Handwerker gesucht? Ich verrrate Ihnen in diesem Beitrag, wie Sie schneller Handwerker finden können!

Fangen wir beim Urschleim an: Handwerker sind Mangelware. Die Gründe dafür sind bekannt:

  1. Immer mehr junge Leute studieren lieber, als sich die Hände schmutzig zu machen.
  2. Der von Merkel & Co. avisierte Fachkräftenachschub hat sich mit der unkrontollierten Einwanderungspolitik 2015 nicht eingestellt. Im Gegenteil: Noch mehr Nachfrager als zuvor benötigen fähige Handwerker.
  3. Der Beruf eines Handwerkers ist nicht sonderlich beliebt. Wenn der Fünftklässer in der Schule seinen Kumpel frägt, was er später von Beruf werden möchte, dann möchte er alles hören, nur nicht das Wort Handwerker. Influencer, work-life-Balancer sind heute die gefragten „Berufe“.

Aber im Ernst, es gibt ja noch Handwerker aller Berufe. Die aber sind auf Monate oder Jahre ausgebucht. Aber wie kommen Sie an diese heran, bzw. wie gestalten Sie Ihre Anfrage so, dass Sie Gehör finden? Wie gestalten Sie sich als potenzieller Auftraggeber interessant, so dass Sie eine Reaktion bzw. ein Angebot erhalten?

Wann sind Sie für einen Handwerker ein interessanter Kunde?

Ich bin seit 2005 aktiv in der Handwerksbranche tätig. Von der Gründung mehrerer Handwerksbetriebe, bis hin zur Führung von über 400 Mitarbeitern und der Zertifizierung als Gutachter in meinem Beruf, habe ich vollumfängliche Kenntnisse darüber erlangt, wie Handerker ticken und wie Sie diese für sich interessant machen können.

Im Grunde ist dieses Wissen kein „Hexenwerk“, denn die gleichen Prinzipien spielen sich ausnahmslos in allen Branchen ab. Die erste und wichtigste Frage ist diese:

Will der Handwerker Sie als Kunden überhaupt haben?

Hier spielen einige Killerphrasen bereits eine wichtige Rolle, warum Sie eventuell schon bei der Anfrage durch das Raster fallen, und womöglich nichtmal eine Antwort auf Ihre Anfrage erhalten!

Es ist wichtig zu wissen, dass auch Handwerker, wie jede normale Firma auch, zwischen A-Kunden, B-Kunden und C-Kunden unterscheiden. In welche Schublade Sie geschoben werden, bestimmen Sie selbst bereits bei der Kontaktanbahnung. Im Folgenden finden Sie dafür einige Beispiele.

Der C-Kunde

Der klassische C-Kunde gestaltet seine Anfrage per Email z.B so:

Hi, ich bin der Tim aus B. Ich habe mir eine Küche gekauft. Wollte mal wissen, was der Küchenaufbau bei Ihnen kostet. Vielleicht will ich die Montage über Sie machen lassen.

Problem:
Tim sagt nicht wo er wohnt. Tim gibt keine Auskunft darüber, wie groß die Küche überhaupt ist. Tim nennt auch nicht seinen Nachnamen, damit der Handwerker ein ordentliches Angebot ausfertigen kann. Auch sendet Tim nicht die Küchenplanung, damit der Handwerker sieht, worum es überhaupt im Detail geht. Auch das Wort „vielleicht“ deutet auf einen „Angebotssammler“ hin, in welchen der Handwerker keine Zeit investieren möchte.

Der Handwerker hat also zu viele offene Fragen. Weil er den ganzen Tag auf der Leiter steht und abend noch seine Buchhaltung bewältigen muss, findet er keine Zeit (und auch keine Lust), Tim anzurufen, um ihm fehlende Informationen aus der Nase zu ziehen.
Folge: Tim wird niemals eine Antwort erhalten.

Tim wird verärgert sein, weil er seinen Fehler aus der Sicht des Handwerkers nicht versteht. Er bewertet sogleich schlecht und gibt seine eigene Schuld einem anderen, der es vermieden hat, mit Tim näher in näheren Kontakt zu treten. Dadurch beginnt nun ein Streit, in welchen der Handwerker Zeit investieren muss. In alles, aber nicht in Tim´s eigentliches Anliegen. Eigentor, Spielstand 0:1. Und in der Nachspielzeit erfährt Tim, dass er jetzt erst recht keinen Termin bekommt – und damit 0:2 für den Handwerker.

Tip vom Experten:
Verhalten Sie sich nicht wie ein typischer C-Kunde!
Sie werden sonst nirgendwo bedient oder ernst genommen. Weder von einem Handwerker, noch in einem Geschäft für Tiernahrung oder im Restaurant. Vermeiden Sie Formulierungen wie „vielleicht“ u.s.w., sondern drücken Sie sich klar und verständlich aus. Liefern Sie alle Informationen vollumfänglich gleich am Anfang, damit Sie Gehör finden!

Der B-Kunde

Der klassische B-Kunde ist eine Mischung aus C-Kunde und A-Kunde.
Der B-Kunde liefert Informationen, lässt aber einen gewissen Wahrscheinlichkeitsgrad in seinen Aussagen mitschwingen, die vermuten lassen:

a) es könnte hier eher nicht zu einem Auftrag kommen
b) es könnte zu schwierig werden, diesen Kunden zu gewinnen bzw. könnte es ein Nachspiel geben

Klassische Formulierung eines B-Kunden wäre z.B.:

Sehr geehrte Damen u. Herren, mein Name ist Max Mustermann aus Berlin. Ich habe mir von IKEA eine Küche gekauft, die ich gerne über Sie montieren lassen würde. Es wäre für mich wichtig, dass Sie eine Haftpflichtversicherung haben. Ich habe schlechte Erfahrungen gemacht und möchte mich gerne absichern. Ich habe auch Planungen, damit Sie den Aufwand einschätzen können. Auf Anfrage sende ich Ihnen diese gerne zu“.

Folge:
Dieser Kunde macht einigermaßen klare Angaben, aber es fehlt z.B. noch die Küchenplanung, damit sich der Handwerker ein Bild machen kann. Der Handwerker muss also erstmal nachfragen, anstatt dass der B-Kunde gleich die notwendigen Unterlagen von selbst übersendet.

Die Frage nach der Haftpflichtversicherung ist berechtigt, schreckt den Handwerker aber erstmal zurück und hält ihn auf Distanz. Die Wahrscheinlichkeit eines Nachspiels schwingt hier unausgesprochen mit. Ohne den Aufwand einschätzen zu können (mangels Projektbeschreibung), verbunden mit einer indirekten „Drohung“ auf einen Rechtsstreit, lässt so manchen Handwerker am liebsten gleich von Beginn an verzichten.

Vielleicht können Sie hier mit einem Rückruf oder einem Angebot rechnen – aber ganz sicher erst dann, wenn der Handwerker die Zeit gefunden hat, zuerst alle A-Kunden abzuarbeiten!

Tip vom Experten:
Wenn Sie sich klar, verständlich und vollumfänglich mitteilen können, machen Sie Ihre Anfrage nicht durch Kommentare zunichte, deren Sachverhalte Sie selbst auf eigene Faust recherchieren können (z.B. die Mitgliedschaft eines Handwerkers in der Handwerkskammer, dessen Seriösität oder Reputation). Ihre Anfrage mag berechtigt sein, hinterlässt aber einen Beigeschmack, auf welchen Handwerker keinen Appetit verspüren. Handwerker haben auch A-Kunden, die keine Fragen stellen. Und die werden bevorzugt, völlig egal ob das gerecht ist oder nicht.

Der A-Kunde

Die A-Kunden sind in der Zahl am geringsten, machen vielleicht max. 20% aus. Gemäß dem Paretoprinzip füllen diese A-Kunden aber 80% des Terminkalenders eines Handwerkers!

Jetzt merken Sie vielleicht schon, warum Sie als C-Kunde eine faktische 0 % Chance haben, und als B-Kunde eine maximale 20% Chance, um überhaupt eine Antwort auf Ihre Anfrage zu erhalten. Profi Handwerker haben volle Terminkalender, gefüllt mit A-Kunden. Lücken werden bestenfalls mit B-Kunden gefüllt. Zu keiner Zeit aber kommt ein C-Kunde an die Reihe.

Profi Handwerker finden Sie überdies meist nicht in Börsen wie z.B. My-Hammer, TaskRabbit oder Blauarbeit. Siehe hierzu auch mein Blog zum Thema Auftragsvermittlungsbörsen (das sind Vermittler, keine Handwerker!).

Wie verhält sich ein A-Kunde?

Der typische A-Kunde macht folgende Angaben

  • vollständige Angabe des Namens, ggf. abweichende Angaben zu Angebots- u. Rechnungempfänger. Die meisten A-Kunden sind selbst Gewerbetreibende und kennen die „Spielregeln“
  • Angaben über den Ort der Baustelle, so dass ein schriftliches Angebot vollständig mit Namens- u. Adressdaten estellt werden kann („Hallo ich bin der Tim aus B.“ aus dem o.g. Beispiel dürfte für Sie, da Sie jetzt aufgeklärter sind, ziemlich naiv klingen)
  • der A-Kunde fügt sämtlich Informationen bei, die der Handwerker benötigt, um ohne Rückfragen ein Angebot unterbreiten zu können

Tip vom Experten:
Gestalten Sie Ihre Anfrage so, dass diese für Handwerker interessant wirkt. Nur so kommen Sie zügig zu einem Direktkontakt und womöglich ebenso zügig zu einem Durchführungstermin. Zeigen Sie Respekt gegenüber der eingeschränkten Zeit und dem Arbeitsalltag eines Handwerkers, und machen Sie es ihm so einfach wie nur möglich. Egal was Sie jetzt denken – egal wie „unflexibel“ dieser Rat und die Einstellung vieler Handwerker ist – nur so funktioniert es auch in der Praxis!

Sind Handwerker aus dem Internet (Anzeigenportale) seriös?

Auf der Suche nach Handwerkern finden Sie im Internet vor den natürlichen Suchergebnissen bei Google & Co. meist bezahlte Anzeigenwerbung von Portalen, welche nur Handwerker vermitteln und selbst keine Anbieter sind. In meinem Blog über my-hammer oder Taskrabbit wird diese Problematik ausführlicher dargestellt.

In solchen Vermittlungsportalen tummeln sich nach meiner tatsächlichen und praktischen Erfahrung zu über 90% nur solche Handwerker:

  • Hobbybastler ohne ausreichende Berufserfahrung
  • teilweis auch ohne Gewerbeanmeldung und Hafpflichtversicherung
  • oftmals mit der Frage, ob der Auftrag nicht „schwarz unter der Hand“ durchgeführt werden könne
  • Handwerker ohne vollen Terminkalender (warum, das wissen Sie bereits)
  • Handwerker, die sich nur von C-Kunden ernähren, weil ihnen für A-Kundenberatung die Kompetenz fehlt, und keine Struktur und Organisation nachweisen können
  • Handwerker, die nur auf der Suche nach Opfern sind, welche Sie mit maximalen Nachforderungen bei minimaler Arbeitsleistung abzocken können. Hier wird sogar teilweise gezielt auf C-Kundenfang gegangen!

Vermittlungsportale im Internet schaden potenziell guten Handwerksbetrieben, als auch potenziellen Kunden, die für gute Leistung bereit sind, gutes Geld zu bezahlen. Weitergehende Informationen zu diesem Thema finden Sie auf dieser Seite im Blog.

Während meiner nunmehr 17-jährigen Tätigkeit als Personalverantwortlicher in Handwerksunternehmen, habe ich geschätzt 300 Gespräch mit Handwerkern geführt, welche sich vormals von Aufträgen aus Vermittlungsportalen über Wasser gehalten haben. Das alles sind/waren Handwerker ohne eigen Webseite, ohne Backoffice, unorganisierte Tagelöhner. Kein einziger dieser Handwerker, mit dem ich ein Gespräch geführt habe, befindet sich heute noch in meiner Adressdatei oder arbeitet für ein Unternehmen, für welches ich personalverantwortlich bin.

Die Realität in 2022

Aktuell arbeite ich u.a. für ein Montageunternehmen aus dem Bereich Küchenmontage und ein Küchenstudio in Berlin. Dort laufen pro Tag ca. 150 – 200 Anfragen aus dem Bereich Neuküche, Küchenmontage oder Möbelmontage aus der Region Berlin und Potsdam ein.

Aus der Praxis weiss ich, dass hiervon maximal 100 Anfragen überhaupt gelesen werden (der Rest landet in der C-Tonne!). Von den gelesenen 100 Anfragen pro Tag können max. 50% überhaupt bearbeitet werden (entweder Angebot sofort an einen A-Kunden, oder durch Nachfassen eines B-Kunden). Wobei die Quote hier bei 80% A-Kunde und 20% B-Kunde liegt. In Zeiten der Vollauslastung beträgt die Bearbeitungsqoute gar nur 90% der A-Kunden (für die übrigen samt den vollständigen B-Kunden finden man keine Zeit mehr). Hier zeigt sich sehr deutlich der Mangel an Handwerkern, aber auch der Mangel an Fachkräften überhaupt, denn es findet sich kaum noch jemand auf ein Stellenangebot, der Büroarbeit verrichten möchte. Bei dieser Statistik handelt sich um ein größeres Montageunternehmen, welches zahlreiche Handwerker beschäftigt. Was diese Statistik umgelegt auf einen EInzelhandwerker beudet, können Sie jezt nachvollziehen. Kein einzelner Handwerker kann oder möchte sich hier noch eine Bürokraft leisten. Die überwältigende Flut von über 50% an C-Kunden will sich einfach niemand leisten.

Der finale Tip vom Experten

a) klare Angeben tätigen, oder
b) selber schrauben oder weiter suchen

… und zum Schluss noch eine wichtige Sache!

Versuchen Sie niemals einen Handwerker mit Angeboten wie „Bitte, Bitte, es dauert doch nur eine Stunde alles“ zu ködern! Dann sind Sie raus!
Gute Handwerker suchen keine Kleinaufträge, bei denen An- u. Abfahrt länger dauert als die Arbeit vor Ort, und bei denen das Parkticket mehr kostet, als Sie zu bezahlen bereit sind, und der Rest des Tages dann Ausfall bedeutet.
Gute Handwerker suchen Vollauslastung! Wenn Sie also eine nur eine kleinere Reparatur im Haushalt haben, prüfen Sie, ob Sie vielleicht noch mehr Arbeit auftreiben können oder Ihre Nachbarn auch einen Handwerker benötigen. Wenn Sie einem Handwerker eine Tagesauslastung anbieten, haben Sie schon bessere Chancen!

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